Mittwoch, 7. August 2019

Bucket List - Löffelliste

Als ich krank wurde, war mir der Begriff der Bucket List nicht bekannt. Aber ich wusste, ich MUSS noch so viele Dinge erleben. Eine unbewusste Bucket List hatte ich also. Ich habe seither viele Dinge erlebt. Aber vor allem viel gearbeitet und nie frei gehabt. Man kommt allzuschnell in so eine Alltagsmühle und tut nichts mehr für sich außer vielleicht was Schönes essen oder so. Hier und da mal eine Tasse Kaffee mit Freunden und ein Theaterstück oder Konzert, das war´s aber auch schon. Und dazwischen die Nachsorge oder Vorsorge, ja, wieder einen Termin überlebt.
Letztes Jahr schrieb ich dann meine Bucket List. Ich habe nicht viel davon abgehakt. Dann starb Stef. Und vorher noch jemand aus meinem Umfeld. Alle jung, alle eigentlich fit und gesund.
Ich habe mir dann für 2019 viel vorgenommen. Und viel schon abgehakt :) Doch wieder lacht das Leben über meine Gedanken und ändert Dinge. Aber zwischendurch hake ich die Löffelliste weiter ab. Ich war einen Tag am Meer, bevor wieder die Pflicht ruft.
Erholung pur!

Freitag, 5. April 2019

Buchtipp: Ilka Bessin: Abgeschminkt - Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede

Ich lese zurzeit wirklich wieder viel. Aber dieses Buch hat mich besonders nachhaltig berührt und beschäftigt. Vielleicht, weil ich viele Parallelen gefunden habe. Andererseits war das klar - ich bekam 2007 selbst Hartz IV und musste über ihre Sprüche Tränen lachen, obwohl Comedy sonst nicht so mein Ding ist - und ich bin schon fast immer dick. Aber es gibt noch mehr Punkte, bei denen ich bejahend nickte oder laut lachte.

Ilka Bessins Art zu schreiben wirkt so nah, so, als ob eine Freundin mir etwas erzählt. Sie scheint nichts auszulassen und ist zudem wahnsinnig selbtskritisch.
Sie berichtet von Höhenflügen und Abstürzen, von Freundschaften, die zerbrechen oder bleiben und von Familie. Von zuwenig und dann zuviel Arbeit, von ihrem ganzen Leben eben.

Einer meiner Lieblingssätze: "Ganz sicher dachten einige: Was ist denn das für ein Scheiß, da steht der dicke Obelix in einem pinkfarbenen Jogginganzug auf der Bühne und kriegt auch noch sechsmal den Deutschen Comedypreis" - ich würde ihn ihr noch hundertmal gönnen, aber umso toller, dass sie sich nach Cindy neuen Aufgaben widmet. Dass sie ihre Stimme gegen Ungerechtigkeiten erhebt und einfach "da" ist anstatt erstmal zehn Jahre Urlaub zu machen. Ihre Kleidung finde ich wunderschön aber sie ist mir (trotz inzwischen Job) zu teuer, aber das macht nichts. ich freue mich jedesmal wenn ich sie in einer Sendung sehe und sie ihre Vielseitigkeit beweist. Wobei sie nichts beweisen muss, sie ist eine Persönlichkeit.

Klar wird sie nicht jeder mögen und manche sich fragen warum sie jetzt auch noch unbedingt ein Buch schreiben musste, aber ich kann Euch sagen, es ist es wert ist, gelesen zu werden. Es macht nachdenklich, es ist humorvoll, es geht ums Leben und das ist es was ich mag.
Ich könnte mir vorstellen, dass Leute, die eher skeptisch auf die pinke Frau reagierten, die abgeschminkte echte Ilka zu schätzen wissen.
Gut finde ich auch, dass sie generell kein Blatt vor den Mund nimmt. Der/die ein oder andere findet sich in ihren Zeilen sicher nicht voller Frohsinn wieder, aber warum  etwas weglassen, das andere (oder hoffentlich sie selbst) vielleicht zum Nachdenken bringt?

So traurig, dass Ilka Bessins Abgeschminkt-Tour nicht in meine Nähe kommt, aber ich lese dann halt immer mal wieder in ihrem Buch!

Mittwoch, 27. März 2019

Buchtipp: Britta Sabbag - Blackwood

Oh Blackwood! "Wie wunderschön ist dieses Buch", dachte ich, als ich es zum ersten Mal in Händen hielt - und da hatte ich noch nicht einmal einen Blick reingeworfen. Für mich zählen generell eigentlich die inneren Werte und ich merkte schnell: Blackwood ist innen und außen schön.
Der Buchumschlag ist fühlbar erhaben und auf den inneren Seiten ist Blackwood, der Ort, gezeichnet - zuerst als Zeichnung und dann mit Worten.

Autorin Britta Sabbag ist vielseitig - sie schreibt für die ganz Kleinen von Waschbären und Hummeln und für die etwas Größeren über Fritzi Klitschmüller. Die ganz Großen lesen über Pinguinwetter und Pandablues, aber auch Stolperherz für Jugendliche gefiel mir gut.

Zum Verschenken in allen Altersgruppen eignen sich also ihre Bücher mega. Zum Selberlesen auch.

Nun also Blackwood. Natürlich war ich gespannt.
Der Untertitel "Briefe an mich" und die Idee, Briefe von meinem zukünftigen Ich zu bekommen, mochte ich. Ich habe mit 16 einen Brief an mein erwachsenes Ich geschrieben. Warum also nicht umgekehrt?

"Lasst eure Träume der Kompass eures Lebens sein", begrüßt mich Britta Sabbag schon auf den ersten Seiten. Und hält mich fest, denn die Figuren, die sie zeichnet, sind jede für sich ein kleines oder auch größeres Wunder: Ge, Gesine, die in Blackwood nach dem Tod ihrer Mutter bei der Tante leben soll, Arian, der mit einem Chauffeur durch die Gegend fährt, die warmherzige Mimi, die so gut backen kann, dass einem beim Lesen das Wasser im Munde zusammenläuft und all die anderen, sie sind einfach GUT.
Es gibt auch Schattenseiten und Ge lebt sich zunächst nicht wirklich ein. Aber auch die Personen, die ihr das Leben schwermachen oder wenig darüber nachdenken, was sie bei anderen anrichten können, sind so gut beschrieben und zu Leben erweckt, dass man das Buch eigentlich nicht mehr weglegen möchte.

Schöne weise Stellen wie "Niemand weiß, wo eine Geschichte beginnt oder wo sie aufhört. Vielleicht gibt es auch nie ein Ende, und wir schreiben sie jeden Tag neu.." oder "Manchmal muss ein altes Gefühl verschwinden, damit ein neues seinen Platz findet, weißt du" lassen mich zustimmend nicken und lächeln. Auch die Briefe der großen Ge an die kleine Ge sind voll von solchen wärmenden Gedanken. Dass Ge auf ihren Bauch hören soll und erfährt: "ein Ort wird ein Zuhause, wenn man seinen eigenen Weg geht", können gleichzeitig Ratschläge auch für die jungen Leser sein.

Gegen Ende muss Ge überlegen, ob es ein Schicksal gibt oder ob sie es selbst in die Hand nehmen kann. Sie lernt sich zu behaupten und an sich zu glauben. Es ist kein leichter Weg, den Britta Sabbag ihrer Ge aufbürdet, aber eine solche besondere Geschichte aufzuschreiben ist reine Kunst.
Dieses Buch ist absolut empfehlenswert, auch für Erwachsene.








Sonntag, 20. Januar 2019

10 Years - 10 Jahre

Alle machen diese 10 Years Challenge - ich mach mit, wenn auch ein wenig geschummelt. Ich habe momentan ein so müdes Gesicht, dass das rechte Foto ein paar Monate alt ist. Und links ist 2008 entstanden, aber im Januar 2019 habe ich auch noch Glatze und Kopftuch getragen. Also - bittesehr :)

Seelenwärmer

Mit sowas kriegt man mich ja: Eine nette Schrift, schöne Worte - "Warmes Gefühl im Bauch", "Eine Portion Glück", "Seelenwärmer", Sahne-Mandel, Schoko, Vanille. Fehlt nur noch Caramel :)
Ich habe im Sonderangebot für 59 Cent den Beutel bzw die Tasse Dr. Oetkers neueste Idee erstanden und nicht wirklich viel erwartet, weil man den Beutel mit Wasser aufgießen soll und kräftig rühren. Nun ja, und was sag ich: Es ist großartig! Inzwischen hab ich den Dreh raus - lieber erst das kochende Wasser in den Becher und dann das Pulver verrühren anstatt umgekehrt wie auf der Packung beschrieben. Denn wenn das Pulver zuerst im Becher ist muss man viel mehr rühren und hat doch Klümpchen. Die schmecken zwar bei Sahne-Mandel etwas nach Babybrei, was ich mag, aber insgesamt will man ja nicht gleich das Gefühl haben, man sei im Fitnessstudio, nur weil man so kräftig rühren muss.
Wenn man nicht gerade einen Topf Pudding kochen möchte sondern eine kleine schöne Portion haben will, auch beispielsweise im Büro, dann ist der Seelenwärmer genau richtig.
Danke für diese süße Erfindung! (Nicht zu süß, wenn man mehr Wasser hineingibt, es erinnert dann sogar ein bisschen an die Eraclea Trinkschokoladen, hat aber erheblich weniger Kalorien)


Buchtipp: Debbie Johnson

Der deutsche Titel SCHLITTSCHUHGLÜCK UND MANDELDUFT ist dermaßen blöd, dass ich lieber nur auf Autorin Debbie Johnson hinweisen möchte. Der Originaltitel "Coming Home to the Comfort Food Cafe" trifft es viel genauer. Ich muss da eine ganze Menge überlesen haben, aber ich habe keine Schlittschuhe gefunden. Mandelduft lass ich noch durchgehen wegen des tollen Cafes.

Jetzt aber zu den Fakten: Ich habe lange nicht mehr ein so besonderes Buch gelesen. Und ich freue mich total, dass es Teil einer ganzen Reihe ist. Erschienen im Heyne-Verlag.

Kate und Zoe kennen sich seit der Schulzeit. Sie sind Freundinnen, Nachbarinnen und Familie - Zoe kümmert sich mit um Kates Tochter Martha, die durch einen One Night Stand entsteht.
Kate stirbt an Krebs, was zunächst ja nicht gerade mein Lieblingsthema ist. Aber der Umgang mit dem Sterben und die Beschreibung der Hinterbliebenen Zoe und Martha und all die anderen Personen, das ist schon was ganz ins Herz Gehendes. Diese Geschichte ist eine Umarmung für Menschen, die gerade jemand verloren haben. Aber auch durch diesen ganz besonderen Humor von Zoe, die Pubertät von Martha zu beschreiben oder auch die Menschen, die sie begleiten, wird es eine locker fluffige Geschichte mit Tiefgang. Wie ein Cupcake mit Füllung. Wie ein Tag am Meer. Wie - einfach lesen müssen.

Zoes Phase der Trauer, immer wieder nach hinten geschoben durch Marthas Trauer und Rebellion, wird so gut beschrieben, die Leute, denen sie in Budbury begegnen, möchte man selbst gern als Freunde haben und die bunte Wohnung gleich mit besitzen. Häuser, die besondere Namen tragen und Menschen mit ihren ganz eigenen Päckchen, die trifft man hier in diesem Buch.

Ich liebe es!


Ausmalpostkarten

Hallo meine Lieben,
heute habe ich einen etwas ungewöhnlichen Tipp für Euch: Ausmalpostkarten, mal nicht mit süßen Katzen oder Elfen, sondern mit bösen Worten oder Sätzen, erschienen im RIVA VERLAG.

Sie wurden mir geschenkt, nachdem ich aber schon diverse Male drumherum geschlichen war und sie mir einfach nicht gekauft hatte. Es gibt einfach Menschen im Leben, die wissen, ohne dass man je davon erzählt hat, was man braucht. Und dass so ein Kackmist auch ganz schöne Scheisse sein kann, seht Ihr hier: