Montag, 10. Oktober 2011

Buchmesse




















Die Frankfurter Buchmesse wollte ich immer schonmal besuchen. Mein Traum: Als Autorin dort zu sein. Und nun ist es soweit: Fachbesucher nennt sich das, und ich freue mich total darauf.

Es ist so viel passiert, seit ich vor genau 9 Monaten erfuhr, dass der Verlag mein Manuskript ausgesucht hatte. Lesungen, Interviews, Menschen. Und so viele Fragen. Zum Beispiel: Warum ein eBook? neobooks.com ist eine Internetplattform von Droemer Knaur, auf der man zunächst einmal ein Manuskript oder eine Leseprobe kostenlos, wahlweise auch kostenpflichtig, hochladen und zum Lesen zur Verfügung stellen kann. Es kann rezensiert und bewertet werden und die Top Ten der Leser kommen quasi in den Recall des Verlages - und aus diesen werden die Gewinner von Autorenverträgen für eBooks gewählt. Das Tolle an eBooks ist, dass man zum Beispiel die Links im Buch direkt anklicken kann. Das ist bei meinem Anhang und den Tipps sehr praktisch. Außerdem lädt man sich zwanzig Bücher runter und kriegt davon "nisch gleisch Rücken" - es schleppt sich ganz leicht. Dritter Punkt ist die Schrifteinstellung beim eReader. Ich kann auch auf dem Handy unterwegs Bücher lesen - und mich nur schwer entscheiden, welche Schrift ich nun am Besten finde - und die Größe lässt sich ebenfalls einstellen, was vor allem Ältere interessieren dürfte.

Die nächsten Fragen, die ich oft gestellt bekomme: "Wie geht es dir, wenn du heute das Buch liest? Verfolgt dich der Krebs nicht?"
Wenn man veröffentlicht, darf man sein Buch ganz oft Korrektur lesen. Da bekommt man schon den nötigen Abstand mit der Zeit. Wenn man dann jedoch selbige verstreichen lässt und zum Beispiel Textstellen für die Lesung heraussucht, ist es doch immer wieder überraschend: Ich bin erstaunt, wieviel mein Kopf verdrängt hat. Wie bekloppt z.B. manch ein Arzt war - und wie toll manch anderer. Somit ist es immer wieder so, dass die Gefühle von damals ganz präsent sind - aber auch wenn es meine Story, eine Zeit meines Lebens ist, so ist es dennoch ein abgeschlossenes Kapitel. Natürlich taucht mit jeder Geschichte, die mir ein Leser erzählt oder mailt, die ein oder andere Erinnerung wieder auf, aber das tut sie auch alle paar Monate bei der Nachsorge in der Klinik.
Ich freue mich immer wieder, dass Menschen, auch ganz fremde, mir so sehr vertrauen, nachdem sie "Mein Krebs heisst Leben" gelesen haben. Eure Geschichten gehen nah, zeigen aber auch, wie wertvoll das Leben ist. Darum: Auch wenn der Krebs mein Leben verändert hat, verfolgen würde ich das nicht nennen. Leben ist das, was man daraus macht. Auch wenn man die ein oder andere Klatsche bekommt: Wenn man einmal dem Tod von der Schippe gesprungen ist, erlebt man jeden Moment umso intensiver. Und das möchte ich nicht missen.

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