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Sonntag, 13. März 2011

Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht

Heute habe ich für Euch das Bild, das ich damals zu Beginn derKrebsbehandlung gemalt habe. Überhaupt kann Zeichnen und Malen helfen, es wirkt beruhigend und gerade nachts, wenn die ganze Welt zu schlafen scheint, kann man so sinnvoll kreativ sein und Schmerzen und die ganze Krebstherapie verarbeiten.
Man muss gar keine großen Ansprüche an sich stellen, dass es "schön" aussehen soll oder am Ende etwas Sichtbares dabei herauskommt. Wenn ja, umso besser. Aber alles in allem beruhigt einfach der Prozess des "Farbeverarbeitens" ungemein - und darum: Klatscht Eure Wut raus, zeichnet sanft Eure Schwäche und schwärzt die Leinwand oder bemalt sie so bunt es geht - hinterher fühlt man sich meistens besser


Samstag, 19. Februar 2011

Hilfe - Diagnose Krebs

Heute springe ich mal ganz zurück zum Anfang. Was tun, wenn der Doc sagt "Sie haben Krebs!"? Bei mir war das irgendwie ganz einfach. Klar stand ich unter Schock und natürlich dachte ich, ich würde sterben - schnell aber kam von innen die Gewissheit, dass ich das schaffe. Ich bin dann von Anfang an recht offen damit umgegangen, kann aber auch jeden verstehen, der sagt, er behält das für sich. Ich habe drei tolle Ärzte gehabt und bin mir durchaus bewusst, dass das der absolute Luxus ist. Vertrauen zu können und alles fragen zu dürfen, verteilt auf drei Personen - das gibt´s selten. Auf jeden Fall kann ich Euch nur raten, egal, ob Krebs oder nicht, sucht Euch schon jetzt einen guten Hausarzt und macht da keine halben Sachen. Denn im Ernstfall kann der eine ganze Menge auffangen. Und erklären, wozu die Zeit in der Klinik vielleicht nicht reicht. Bei mir kam hinzu, dass ich die ganze Krebsbehandlung ambulant machen konnte. Fluch und Segen. Zum einen konnte ich in meinen 4 Wänden sein. Zum anderen gab es so manchen Nachmittag, an dem ich einen Rat oder medizinische "Beruhigung" gut hätte gebrauchen können. Dann braucht es eben Freunde oder andere nahe Menschen, mit denen man reden kann.
Auch geholfen haben die Broschüren der Deutschen Krebshilfe. Man kann sie bestellen oder downloaden. Ansonsten würde ich nicht viel im Internet lesen (haha, und wofür dann dieser Blog, Frau Gedöns??;O)), Vieles verwirrt hier nur.
Vergesst nie, auch wenn es hart ist, daran zu glauben, dass man es schafft, kann eine Menge bewirken. Dieses plattgeredete "Positive Denken" und ein gutes Gemüt können die Behandlung durchaus positiv beeinflussen. Ich bin mir sicher:

Auch DU SCHAFFST DAS!

Sonntag, 19. September 2010

Hilfe - Essen

Guten Abend Alle! Heute geht es um die Ernährung während der Krebsbehandlung. Bitte sprecht aber auch mit Eurem Doc, vor allem mit ihm. Bei manchen Chemomitteln gibt es Riiiiiiiiesenbeipackzettel. Da steht ganz genau drin, was man nicht essen darf. Fleisch zum Beispiel oder Hefeextrakt (enthalten z.B. in den meisten Gemüsebrühen, nicht aber in der von Gefro (http://www.gefro.de)). Warum? Weil diese Nahrungsmittel Bluthochdruck verursachen können. Euer Körper kämpft gerade ohnehin auf Hochtouren, also unterstützt ihn mit dem Essen. Wenn Euch oft übel ist, helfen Odansetron oder Zofran, das sind kleine Tabletten, die im Mund schmelzen und die Übelkeit nehmen. Allgemein gilt, sofern das Nahrungsmittel nicht laut Liste (meist bloss 8 Tage lang) verboten ist: Esst, worauf ihr Appetit habt. Wenn ihr keinen Appetit habt, ist Schmelzflockensuppe super: Kalte (vorher schon zubereitete) Gemüsebrühe, also am Besten die von Gefro, mit Schmelzflocken aus der Drogerie (Babyregal!) verrühren und unter Rühren einmal aufkochen lassen. Ca 2 EL Flocken auf 500ml Wasser. Vorsicht, brennt leicht an.
Immer dran denken: Haltet durch! In ein paar Tagen geht es euch besser und dann kann man auch mal ein Schnitzel verdrücken:o)
Bei Bestrahlung ist es wichtig, dass man mit dem behandelnden Arzt über etwaige Symptome spricht. Wenn zum Beispiel der Hals bestrahlt wird inkl. Lunge, dann kann sich die Speiseröhre leicht entzünden. Dagegen gibt es in Wasser lösliches Ibuprofen sowie von der Apotheke gemixte leichte Betäubungsmittel. Nach deren Anwendung kann man direkt relativ gut Flüssiges zu sich nehmen. Milchshakes gehen super, wenn man jedoch, wie das meist der Fall ist bei Bestrahlungspatienten, eher Lust auf Deftiges hat, einfach Gemüse kochen und pürieren oder o.g. Brühe benutzen. Astronautenkost, die man von der Klinik bekommt, schmeckt nicht so lecker und die gibt es leider auch nur "süß".
Vermeiden solltet ihr zu heisse und zu stark gewürzte Speisen. Dies reizt nur und tut weh.
Bei mir war es jedoch so, dass ich zu Weihnachten problemlos einen Döner "mit scharf" essen wollte. Und das hab ich auch geschafft!
Alles Liebe,