Montag, 24. Oktober 2011

Buchmesse 2


Auch wenn die Buchmesse nun schon eine Woche vorbei ist - jetzt hab ich alles mal sacken lassen können und die Freude, dort gewesen zu sein, ist immer noch groß.
Ich danke meinem Verlag:O)
Und für Euch ein Foto unseres neobooks Autorentalks mit Florian Tietgen und Desiree Lecca.

Montag, 10. Oktober 2011

Buchmesse




















Die Frankfurter Buchmesse wollte ich immer schonmal besuchen. Mein Traum: Als Autorin dort zu sein. Und nun ist es soweit: Fachbesucher nennt sich das, und ich freue mich total darauf.

Es ist so viel passiert, seit ich vor genau 9 Monaten erfuhr, dass der Verlag mein Manuskript ausgesucht hatte. Lesungen, Interviews, Menschen. Und so viele Fragen. Zum Beispiel: Warum ein eBook? neobooks.com ist eine Internetplattform von Droemer Knaur, auf der man zunächst einmal ein Manuskript oder eine Leseprobe kostenlos, wahlweise auch kostenpflichtig, hochladen und zum Lesen zur Verfügung stellen kann. Es kann rezensiert und bewertet werden und die Top Ten der Leser kommen quasi in den Recall des Verlages - und aus diesen werden die Gewinner von Autorenverträgen für eBooks gewählt. Das Tolle an eBooks ist, dass man zum Beispiel die Links im Buch direkt anklicken kann. Das ist bei meinem Anhang und den Tipps sehr praktisch. Außerdem lädt man sich zwanzig Bücher runter und kriegt davon "nisch gleisch Rücken" - es schleppt sich ganz leicht. Dritter Punkt ist die Schrifteinstellung beim eReader. Ich kann auch auf dem Handy unterwegs Bücher lesen - und mich nur schwer entscheiden, welche Schrift ich nun am Besten finde - und die Größe lässt sich ebenfalls einstellen, was vor allem Ältere interessieren dürfte.

Die nächsten Fragen, die ich oft gestellt bekomme: "Wie geht es dir, wenn du heute das Buch liest? Verfolgt dich der Krebs nicht?"
Wenn man veröffentlicht, darf man sein Buch ganz oft Korrektur lesen. Da bekommt man schon den nötigen Abstand mit der Zeit. Wenn man dann jedoch selbige verstreichen lässt und zum Beispiel Textstellen für die Lesung heraussucht, ist es doch immer wieder überraschend: Ich bin erstaunt, wieviel mein Kopf verdrängt hat. Wie bekloppt z.B. manch ein Arzt war - und wie toll manch anderer. Somit ist es immer wieder so, dass die Gefühle von damals ganz präsent sind - aber auch wenn es meine Story, eine Zeit meines Lebens ist, so ist es dennoch ein abgeschlossenes Kapitel. Natürlich taucht mit jeder Geschichte, die mir ein Leser erzählt oder mailt, die ein oder andere Erinnerung wieder auf, aber das tut sie auch alle paar Monate bei der Nachsorge in der Klinik.
Ich freue mich immer wieder, dass Menschen, auch ganz fremde, mir so sehr vertrauen, nachdem sie "Mein Krebs heisst Leben" gelesen haben. Eure Geschichten gehen nah, zeigen aber auch, wie wertvoll das Leben ist. Darum: Auch wenn der Krebs mein Leben verändert hat, verfolgen würde ich das nicht nennen. Leben ist das, was man daraus macht. Auch wenn man die ein oder andere Klatsche bekommt: Wenn man einmal dem Tod von der Schippe gesprungen ist, erlebt man jeden Moment umso intensiver. Und das möchte ich nicht missen.

Freitag, 30. September 2011

Mein Krebs heisst Leben auch auf Facebook

Wer regelmäßig Sprüche, Links, Texte lesen und Neues über Mein Krebs heisst Leben erfahren möchte und ohnehin bei Facebook ist, dem empfehle ich meine öffentliche Seite:

http://www.facebook.com/JessDoenges.MeinKrebsheisstLeben


und wer die Facebookseite zum jessdoenges.de - Blog noch nicht kennt und ab und zu mal an die schönen Dinge im Leben erinnert werden möchte:

http://www.facebook.com/FrauSchess

Wir lesen uns!

Freitag, 16. September 2011

Radio RUMMS


Zuletzt habe ich von Begegnungen erzählt. Gestern hatte ich wieder so eine wunderbare Begegnung. Oder besser gesagt: mehrere. Ich durfte Gast bei Radio RUMMS sein. Radio, von Kindern für kranke Kinder in Krankenhausbetten gemacht? Das klingt ein wenig düster. Ist es aber nicht. Radio RUMMS ist bunt, ist fröhlich und alles andere als Klinikalltag. Natürlich gibt es auch die nachdenklichen Momente, wenn es darum geht, dass Kinder schwer krank oder auch einfach ängstlich sind. Wenn schon wir Erwachsene Kliniken nicht mögen, wie gräßlich mag der Aufenthalt dort dann für Kinder sein? Doch Radio RUMMS erhellt den Kinderklinikalltag am Mannheimer Universitätsklinikum. Mehr noch: Zunächst schüchterne Kinder, die eigentlich "nur mal gucken" wollten, beginnen plötzlich am Mikro ganz unbefangen Witze zu erzählen oder sprechen über ihre Erkrankung, lachen wieder.
Im Studio, der "elternfreien Zone", führen Kinder und Jugendliche unter Leitung einer Redakteurin durch das Programm. Musikwünsche, Interviews, ein Hörspiel - drei Stunden Sendung am Donnerstag, vorbereitet am Dienstag - und die Stationen mit Infusionen, Gips und Tränen sind meilenweit entfernt. Dennoch: Tod und Trauer werden auch benannt, es wird nichts verschwiegen und auch in meinem Interview ging es ganz unbefangen darum.
Eine brennende Kerze vor seinem Bild erinnert an ein verstorbenes RUMMS-Kind, das nun von einem anderen Ort aus (ich glaube das ganz sicher) jeden Donnerstag bei der Sendung dabei ist.
RUMMS ist ganz viel Gefühl.
Mich hat besonders beeindruckt, mit welcher Freude und Hingabe, mit welchem Interesse die Kinder dabei sind. Da sind Carlo und Alex, die ich kennen lernen durfte, da ist Noah, der jede Woche anruft - so viel mehr als ein bloßes Sendestudio mit Gästen ist RUMMS.
RUMMS hat Seele, RUMMS ist einzigartig.
Schirmherr ist Bülent Ceylan und an den Wänden hängen Grüße von Besuchern und Kindern. Das Sparschwein weist darauf hin, dass sich das Kinderklinikradio ausschließlich aus Spenden finanziert - ehrenamtliche Mitarbeiter, freundlich grüßende Ärzte & Schwestern und mehrere Lächeln inklusive.
Ich wünsche mir sehr, dass es anderswo ähnliche Projekte gibt oder geben wird und dass RUMMS immerimmerimmer bestehen wird - denn es ist ganz BESONDERS.

♥

Spendenkonto: Förderverein Selbsthilfe- und Patientenberatung
Stichwort Radio RUMMS
Kontonr 85714503
BLZ 67090000
VR Bank Rhein Neckar

und eines ist klar:

Wir werden uns wiedersehen! Ich komme wieder vorbei- und das ist ein Versprechen.

♥

Dienstag, 13. September 2011

Begegnungen

Ich schreibe hier immer wieder über Begegnungen. Über Menschen, die uns prägen, über solche, die uns wie Leitplanken auf unserem Weg zur Seite stehen und die, die wir Freunde nennen. Es gibt auch welche, die wir nie kennen lernen. Oder noch nicht kennen. Eine meiner Mailfreundinnen ist seit ungefähr acht Jahren in meinem Leben. Damals war sie noch ein Teenager, hatte aber dasselbe Hobby wie ich: Fotografieren. Wir lernten uns wirklich über fotolog.com kennen, wo wir täglich Bilder aus unseren Leben hochluden - lange vor Facebook.
Außerdem haben wir uns immer wieder über dieselben Fernsehsendungen kaputtgelacht und in denselben Kinofilmen geschmachtet.
Als es in ihrem Land ein schweres Erdbeben gab, begann sie gerade zu studieren. Damals brauchte sie meine Hilfe nicht, ihre Familie hatte Glück, ihr Haus blieb heil. Aber ich merkte, wie es sie prägte - ihre Unbeschwertheit verlor sie für lange Zeit.
Und nun hat sie zum Geburtstag nur einen einzigen Wunsch: Dass ihre beste Freundin geheilt wird. Sie hat Krebs. In ihrem Land läuft das mit den Versicherungen nicht so wie bei uns. Darum haben wir Freunde und Bekannte Geld zusammen gelegt. Und ich habe daran gedacht, wie es bei mir war: Ich sagte damals zu einem meiner Ärzte, als ich mit dem Verdacht auf Krebs in eine Klinik sollte, ich würde Krankenhäuser nicht mögen. Er antwortete: "Seien wir froh, dass wir welche haben."
Mich berührt dieses Mädchen sehr. Ihr rennen gerade viele Freunde weg, nur weil sie dieser einen Freundin beisteht. Sie ist inmitten von Prüfungen für die Freundin in der Klinik (das Geld hat gereicht, hurra!) da.
Und lächelt und sieht dennoch das Schöne im Leben.
Das ist für mich wahre Größe.